Mit allen Sinnen – Babys Entwicklung im Mutterleib (Teil 1)

Schon im Mutterleib lernt das Kleine ständig Neues und nutzt seine Sinne. Nicht umsonst beginnt das Gehirn schon ab der 3. Schwangerschaftswoche zu wachsen, Synapsen zu bilden und sich weiterzuentwickeln. Eine Unzahl an Erfahrungen im Mutterleib bereiten das Kind auf die Zeit nach der Geburt vor. Dabei spielen Babys Sinne eine große Rolle. Über sie beginnt es seine Welt wahrzunehmen und auch Kontakt nach außen aufzunehmen. Dabei sind Babys Sinne natürlich erstmal auf Nähe ausgelegt. Bis zur Bauchdecke ist es ja auch nicht weit (und zudem schön abgedunkelt) und so erscheint es nur sinnvoll, dass Babys nach der Geburt auch nur wenige cm weit sehen können. Trotzdem sind die Sinne eines Kindes schon bei der Geburt vorhanden und nur mehr oder minder ausgeprägt. Es kommt mit einer Vielzahl von Fähigkeiten zur Welt, die ihm schon im Mutterleib nützlich waren oder mit denen es sich dort zurechtgefunden hat. Schon ab der 15. Woche bereitet sich das Kind auf das Saugen an der Brust vor, indem es an der Hand oder am Daumen nuckelt, wenig später auch beginnt regelmäßig Fruchtwasser zu schlucken und wieder auszuscheiden So trainiert es seine Verdauung. Im zweiten Ultraschall sind Nieren und Blase erkennbar, die ihre Funktion schon aufgenommen haben. Nicht selten bekommt das Kind durch das Trinken des Fruchtwassers auch Schluckauf, der bei Fortschreitender Schwangerschaft auch von der Mutter wahrgenommen wird. Ungefähr ab der 21. Schwangerschaftswoche kann das Baby wohl auch Schmerz, Licht und Temperatur wahrnehmen, sowie auf Druck und Berührung reagieren – nachweisbar . Der erste Sinn, der ausgebildet wird ist jedoch der Hörsinn.

Hören

Zischen der 21 und 26. Woche bildet sich der Hörsinn aus. Geräusche werden in Hörsignale umgewandelt an das Gehirn weitergegeben und das Kind beginnt in dieser Zeit auf diese Reize zu reagieren.Bis zur 26. Woche wird es mit eindeutigen Bewegungen auf Geräusche reagieren, sich diesen zu- oder abwenden. Es kann sich auch von lauten plötzlichen Geräuschen erschrecken und zusammenzucken oder von diesen aufwachen während es bei anderen ruhig in den Schlaf gleitet.

Die Geräusche, die das Kind die ganze Schwangerschaft hindurch begleiten sind ihm natürlich auch nach der Geburt die Vertrautesten. Außer dem regelmäßigen Herzschlag der Mutter und ihren Verdauungsgeräuschen ist dies natürlich ihre Stimme, sowie die Stimmen und Geräusche, denen sie regelmäßig begegnet. Noch im letzten Drittel der Schwangerschaft können Babys eine bestimmte Geschichte oder Lieder erkennen, die sie regelmäßig gehört haben. Auf bekannte Geräusche reagieren sie mit einem verlangsamten, auf unbekannte mit einem beschleunigten Puls. Und so ist es nicht erstaunlich, dass ein in der Schwangerschaft gehörtes Lied, eine immer wieder vorgelesene Geschichte und die Stimme der Mutter oder des Vaters das Baby am Besten beruhigen können.

Und auch Herztonfiguren oder -kuscheltiere kommen immer mehr in Mode. Sie imitieren den Herzschlag der Mutter, der das Kind die gesamte Schwangerschaft über begleitet hat und sollen so helfen es zu beruhigen. Mit ein Grund, warum Babys so gerne getragen werden ist außer dem körperlichen Kontakt und der Anregung des Gleichgewichtssinns sicher auch die Nähe zum mütterlichen oder väterlichen Herzschlag. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass die Mehrzahl der Mütter unbewusst ihre Kinder vermehrt auf der linken Körperseite tragen, die dem Herzen (der Liebe, aber auch dessen Geräuschen) einfach näher ist.

Auch gibt es immer mehr Kurse für Schwangere, in denen gemeinsam gesungen wird. Singen entspannt nachweislich den ganzen Körper und beruhigt auch den Herzschlag der Mutter. Wer nicht selbst singen möchte kann genauso gut Musik hören, die ebenfalls beruhigend wirkt. Die Melodie einer Spieluhr, die während der Schwangerschaft dem Baby oft vorgespielt wird, erkennt es nach der Geburt ebenso wieder, wie die Melodie einer häufig gesehenen Fernehserie. Es gibt auch Mütter, die berichten, dass sich ihr Kind im Fußballstadium wohlgefült hat, wenn sie auch in der Schwangerschaft viel Zeit bei Spielen verbracht haben. Grundsätzlich jedoch wenden sich Babys vermehrt ruhigen und beruhigenden Geräuschen zu, die keine Fluchtreaktion (von plötzlichen, lauten Geräuschen) verursachen.

 

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